Herbert war ein ganz besonderer Mensch, einer der leise und laut zugleich sein konnte.
Leise, wenn es darum ging über eigene Erfolge zu sprechen, er legte nicht Wert darauf seine Taten an die große Glocke zu hängen.
Laut, wenn es darum ging, Unrecht aufzuzeigen. In diesen Fällen hatte er eine scharfe Zunge und wurde dabei nie müde, egal ob es um soziale Ungerechtigkeiten oder um längst fällige Reformen in der Kirche ging.
Herbert nahm sich kein Blatt vor den Mund, nannte die Dinge beim Namen, egal ob sie Anklang fanden oder nicht. Sein Leben war zum Einen von seinem Glauben geprägt und zum Anderen tief politisch. Genau diese Kombination habe ich immer sehr geschätzt. Er wollte nicht zudecken, wohl aber aufdecken. Er konnte auch unangenehm werden und hat uns immer wieder an die Selbstverantwortung und die Zivilcourage erinnert. Er war stets bemüht Lösungen zu suchen, war in seiner Kritik klar, aber immer respektvoll.
Herbert hat mich in meinen jungen Jahren als Vorsitzende der Kath. Jungschar und später als Präsidentin des Kath. Forums unterstützt und geprägt. Er wird mich auch weiterhin begleiten und mir ein Vorbild bleiben, wenn es darum geht, einen Beitrag für ein friedliches und soziales Miteinander zu leisten.
Lieber Herbert, ruhe in Frieden und Vergelt’s Gott für deinen Mut, deine Klarheit und dein gelebtes Beispiel.
Birgit Dissertori (ehemalige Vorsitzende vom Katholischen Forum)
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Lieber Herbert,
vor 52 Jahren haben mich deine Eltern bei sich daheim in Schluderns zum Kaffee eingeladen. Du kamst gerade als junger Mittelschullehrer von der Schule von Mals dazu. Im Gespräch bat ich dich und deinen Bruder Erwin, mir beim Aufbau einer Jugendgruppe zu helfen. Du überlegtest ein wenig und dann kamen viele Ideen, Vorschläge. Doch es blieb nicht dabei, sondern es folgten in Kürze Taten. Mit deiner einfühlsamen, freundlichen und stets zielführenden Art hast du in kurzer Zeit eine einsatzfreudige Gruppe gebildet. Dein Lächeln, deine Kreativität, deine Weltoffenheit und Geradlinigkeit, dein Ansprechen jener, die sich nicht zu den Kirchengehern zählten, deine Motivation, gemeinsam im Dorfe etwas füreinander zu tun, zeigten raschen Erfolg. Dein Theaterspielen, dein Einsatz in der Fußballmannschaft, deine unermüdliche Arbeit für die Faschingsfeiern der Jugend, dein Mittun bei der Gestaltung der ersten Jugendmessen mit elektrischen Gitarren und Schlagzeug bleiben mir stets in Erinnerung. Es war für mich nicht immer leicht, deinen Vorschlägen zuzustimmen, denn du hast uns mit deinem klaren, sozialen Gewissen ganz schön herausgefordert. Dein Programm war stets am Verhalten Jesu und am Aufbruch des Zweiten Vatikanischen Konzils orientiert.
All diese Eigenschaften hast du dir erhalten und es war stets eine Bereicherung in den verschiedensten Gruppierungen, vor allem im Katholischen Forum, mit dir zusammen zu arbeiten. Ein großes und herzliches Vergelt’s Gott sage ich dir und ich danke Gott, dass es dich gegeben hat.
Josef Stampfl (Ehemaliger geistlicher Begleiter vom Katholischen Forum)